Impuls
Pfingsten? Was ist das?
Pfingsten?
Manche freuen sich auf Ferien, andere auf den freien Montag.
Aber wenn man fragt, was da eigentlich gefeiert wird – dann wird‘s still.
Ostern kriegen viele gerade noch hin: Kreuz, Grab, Auferstehung.
Aber Pfingsten? Da zucken selbst Kirchenmenschen allzu oft mit den Schultern.
Also: Was feiern Christinnen und Christen da?
Um Pfingsten zu verstehen, muss man nochmal zu Karfreitag und Ostern zurück: Jesus Christus wird an Karfreitag verurteilt, ans Kreuz geschlagen und stirbt. An Ostern haben wir gefeiert, dass Jesus auferstanden ist. Dieser auferstandene Jesus hat die Jüngerinnen getröstet und den Jüngern Mut zugesprochen: der Tod ist nicht das Ende; wir sind alle in Gottes Hand geborgen; Liebe ist stärker als der Tod. So weit, so gut.
Kurze Zeit später ist Jesus Christus dann endgültig gegangen, „in den Himmel aufgefahren“. Mit dem Versprechen: Ich bin zwar jetzt nicht mehr sichtbar unter euch, aber werde immer bei euch sein. Das haben die Jüngerinnen und Jünger aber erstmal gar nicht gefühlt. Jesus war weg.
Bis Pfingsten eben. Da haben die Jüngerinnen und Jünger das auf einmal begriffen. Dass sie nicht allein sind. Die Bibel erzählt, dass Gott den Jüngerinnen und Jüngern den „Heiligen Geist“ geschickt hat. Und den feiern wir an Pfingsten. Den Heiligen Geist feiern, das heißt, die Momente feiern, in denen wir uns verstehen, in denen Menschen zueinander finden. Pfingsten heißt: Gemeinschaft feiern. Und darum finde ich, Pfingsten ist ein echt schönes Fest: voller Zuversicht. Auch wenn wir Angst haben und traurig sind und keine Zukunft sehen: Gott ist da, steht uns bei, verbindet uns, stärkt uns.
Darum: Frohe Pfingsten!
Warum wir unser Kind taufen lassen?
Ehrlich gesagt, war das für uns gar keine Frage. Wir Eltern haben Theologie studiert, fühlen uns als Teil der Kirche – da gehört die Taufe unserer beiden Kinder eigentlich fraglos dazu.
Als die Frage im Taufgespräch dann wirklich kam, mussten wir doch noch etwas genauer überlegen. Klar: Dass Oma das gut findet, war kein Grund. „Das Kind kommt sonst in die Hölle!“, erst recht nicht. Auch das Argument von Freunden, das Kind doch später selbst entscheiden zu lassen, konnten wir nicht nachvollziehen.
Wir warten doch beim Füttern auch nicht, bis es selbst sagt, ob es sich vegetarisch ernähren möchte oder nicht. Wir wollten unsere Kinder hineinführen in alles, was wir selber schätzen und was uns guttut. Die erste Taufe, von der uns berichtet wird, spendete Johannes am Jordan. Und was Jesus dabei hörte, das sollen auch unsere Kinder erfahren: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!
„Ich liebe dich!“, das kann ich mir nicht selbst sagen. Ich kann niemanden zwingen, es auszusprechen. Das kommt als ganz und gar freiwillige Zusage auf mich zu. Tochter und Sohn Gottes zu sein, ist ein Geschenk. Man kann es nicht einfordern.
Taufe ist die Zusage Gottes: ich liebe dich. Du gehörst zu mir und ich werde dich nicht fallen lassen. Egal, was den beiden im Leben zustoßen wird – am Anfang soll dieses Versprechen stehen. Wir Eltern geben es auch, aber wir werden es oft genug nicht einlösen können. Gott wird es halten. Dafür sind wir dankbar. Denn auch zu uns hat er gesagt: Du bist mein geliebtes Kind!
Taufe ist zudem das Eintauchen in Jesu Art zu leben. Taufen und tauchen sind ja nicht zufällig sprachlich verwandt. Eine Taufe ist mehr als ein Segen (den wir auch sehr schätzen). Kinder zu taufen ist im Grunde ein Wagnis: Wir nehmen unsere Liebsten mit auf die Abenteuerreise, mit Jesus zu leben zu versuchen. Also Gemeinschaft zu fördern, statt auszugrenzen; zu vergeben, statt zu rächen, in anderen das Gute zu sehen und unverzagt zu glauben, dass das Leben Zukunft hat – weil Gott Leben ist.
Christina und Hans Brunner
Wegbegleitung – Gedanken zu Ostern
Die Feier der Heiligen Tage ist eine Wegbegleitung. Ich ziehe mit Jesus am Palmsonntag in Jerusalem ein – kann ich mich für ihn begeistern? Am Gründonnerstag nehme ich seine Einladung zum Mahl an und lass meine verstaubten, vielleicht schon müden Füße waschen – verstehe ich, was an mir geschieht? Gehe ich mit ihm nur die bequemen Wege oder begleite ich ihn auch in den Garten von Gethsemane, um mit ihm zu wachen; in den Palast des Hohepriesters, dem Angeklagten die Treue zu bewahren; auf dem Weg nach Golgatha, das Kreuz mittragend? Stehe ich unter dem Kreuz oder fliehe ich in meine Resignation? Bin ich ehrlich zu mir?
Doch der Wege ist noch nicht genug: Gehe ich am Ostermorgen mit den Frauen zum Grab, zu trauern, den Leichnam zu salben? Vielleicht den Funken Hoffnung nähren: da geht noch was! Renne ich mit zurück – voller Schrecken und mit einer wachsenden Freude: es geht noch was? Begleite ich die Jünger nach Emmaus, voller Fragen und Zweifel, brennt mir das Herz und – wichtiger – kehre ich aus Emmaus ins Leben zurück mit der Botschaft: Er lebt?
Die Feier der Heiligen Tage ist Wegbegleitung. Gehe ich mit? Mit Jesus? Mit den Menschen in ihre Gründonnerstag-Nächte voller Angst vor Krankheit, voller Einsamkeit? Gehe ich mit den Menschen auf ihren ganz persönlichen Kreuzwegen? Kann ich mitschweigen, mitweinen, mitleiden? Aber auch mitjubeln, mitlachen? Kann ich Fragen ertragen, deren Antwort ich noch nicht kenne? Weiß ich um das Böse und um das Gute, zu dem ich fähig bin.
Die Feier der Heiligen Tage ist Wegbegleitung. Und ich möchte mitgehen. Mit Jesus. Mit den Menschen in ihrem Glauben und in ihrem Zweifel. In ihrem Leid und in ihrem Glück. Und ich kann mitgehen. Sie können mitgehen. Wir können gemeinsam gehen. Weil Jesus schon längst an unserer Seite ist. Weil er uns vorausgeht, auf uns wartet, uns entgegengeht. Weil er uns nachgeht und darauf achtet, dass niemand auf der Strecke bleibt. Wir können Wegbegleiter sein, weil wir schon immer begleitet werden von Gott. In diesem Sinne wünschen wir allen ein frohes und gesegnetes Osterfest.
| Ihr Pastoralteam | Für die Gremien | |||
| Michael Kolb Pfarrer |
Deleep Allam Reedy Kaplan |
Katrin Ziebarth-Hofmann Pastoralreferentin |
Bernd Greiner Diakon i. Zb. |
Georg Kaufhold PR-Vorsitzender |